Steve JobsDie US-amerikanische Bundespolizei FBI hat nun seine Akte über den Apple-Mitbegründer Steve Jobs veröffentlicht. In dem rund 200 Seiten starken Dokument wird ein negatives Bild über die inzwischen verstorbene Ikone des Unternehmens aus Cupertino gezeichnet. Personen aus dem Umfeld von Jobs charakterisierten Steve Jobs demzufolge als machthungrigen Menschen mit einer zweifelhaften Moral. Die im Jahr 1991 gewonnenen Erkenntnisse bezeichnen den Apple-Mitbegründer als betrügerisch und den Drogen nicht abgeneigt. Dennoch erhielt Jobs einen Beraterposten im Weißen Haus, für den dieses Durchleuchten des FBI notwendig war. Dabei hatte er auch Zugang zu Akten, die streng geheim waren.


Mehr als 30 Menschen wurden befragt

Bei dem Dossier über Steve Jobs wurden über 30 Weggefährten wie Nachbarn oder auch einstige Kollegen vom FBI befragt. Dies war notwendig geworden, da Jobs einem Beratergremium des damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Bush Senior, angehören sollte. Diesen Beraterposten erhielt der spätere iPhone-Frontmann dennoch. Dabei erfuhr das FBI offenbar wenig schmeichelhafte Dinge, wurde Steve Jobs doch als Mensch beschrieben, der aufgrund seines Machttriebs die Ehrlichkeit nicht ganz so ernst genommen haben soll. Zudem wurde dem im Oktober vorigen Jahres an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorbenen Jobs auch unterstellt, die Wahrheit zu verdrehen, um seine gesteckten Ziele erreichen zu können. Ebenso wurden dem FBI damals auch Drogenexperimente mit LSD und Marihuana in der Jugendzeit bekannt.

Andere der befragten Menschen erklärten hingegen, Steve Jobs sei willensstark und fleißig sowie ein Visionär. Auch wenn manch einer der Befragten Kritik äußerte, so empfahlen die Interviewpartner letztendlich den Apple-Mitbegründer doch als Berater. Nach Angaben des US Handelsministeriums saß der Frontmann von Apple letztendlich im Exportrat.

Einige wenige neue Details

Die Akte des FBI über Steve Jobs wurde nun öffentlich, da das Wall Street Journal eine Freigabe beantragt hatte. Das Magazin zitierte jüngst aus zahlreichen Interviews, in denen insbesondere Zweifel an der Moral des Propheten für stylische Handys deutlich wurden. Einen Teil der Details konnte die Öffentlichkeit schon in der Biographie über Jobs erfahren, die im Herbst des vorigen Jahres veröffentlicht worden ist. Neuheiten sind insbesondere, dass Steve Jobs in den Jahren 1988 bis 1990 eine Freigabe erhielt, die geheime Informationen der Stufe „Top Secret“ betrafen.

Die zweite wesentliche Neuheit, die im Zusammenhang mit der FBI-Akte bekannt wurde ist eine ominöse Bombendrohung aus dem Jahr 1985. Damals nämlich soll ein Unbekannter Apple erpresst haben. Dieser rief im Februar 1985 bei Apple an und erklärte, drei Bomben in drei Häusern deponiert zu haben. Dabei forderte er eine Million US-Dollar von Apple. Sollten die Behörden informiert werden, sollte an einem nicht näher bezeichneten Ort ein weiterer Sprengsatz gezündet werden. Dennoch schaltete Apple das FBI ein. Gefunden wurden jedoch weder Bomben, noch der Erpresser.