Wir leben in einer Zeit, in der man sehr schnell einen Hype miterleben kann. Glaubt Ihr nicht? Ist aber so. Als die Fussball-WM im eigenen Land stattfand, war (fast) jeder Fan der deutschen Nationalmannschaft, auch wenn man sonst so gar nichts mit Fussball am Hut hatte. Wer TV schaut, wird damals auch sicher das Rätselraten um die Lost-Insel mitbekommen haben oder aber wer der nächste Maulwurf bei Jack Bauer in 24 sein wird. Ebenso müssen wir an dieser Stelle die derzeitige Apple-Beliebtheit einem kleinen Hype zu gute schreiben. Und wenn man da mitreden will hilft alles nichts, man muss aktiv an einem Hype teilnehmen, um darüber in der nächsten Mittagspause mit Kollegen reden zu können. Wer zum Beispiel noch nie gepokert (wieder so ein Hype) hat, wird sonst nicht nachvollziehen können, warum es so ärgerlich ist, wenn man auf dem River noch ein Blatt verliert.

Curiosity – Spiel oder Experiment?
Die Frage ist jetzt, was das alles mit dem Spiel Curiosity von 22Cans zu tun hat? Vorweg, das Spiel gibt im AppStore kostenlos. Schaut man sich das Spiel jetzt mal an, gibt es nichts Bahnbrechendes zu erkennen. In 3D sieht man einen Würfel, der im Raum schwebt. Das Spielziel ist so einfach wie simpel: Erreichen Sie das Innere des Würfels, um zu erfahren, was im Würfel steckt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Um das Spielziel zu erreichen muss man nun Schicht um Schicht des Würfels abtragen. Das besondere: Alle Spieler teilen sich online einen Würfel und das Spielziel, also die Frage zu beantworten, was drin steckt, kann nur von einem Spieler erreicht werden. Alle anderen Spieler gehen leer aus.

Namen generieren den Hype
Doch was macht nun genau den Hype aus? Es ist die Frage, was in dem Würfel steckt, die motiviert weitere Schichten abzubauen. Ist man erst einmal neugierig, will man auch die Antwort auf die Frage wissen. Und diese Frage wird immer weiter geschürt von keinem geringeren als Peter Molyneux, der bereits mit Syndicate, Populus und Black and White wahre Klassiker hervor gebracht hat und jetzt im Dienste von 22Cans steht.  Wer Molyneux noch immer nicht kennt: Der Herr ist sowas wie der Bill Gates der Spieleindustrie. Wenn er was sagt, hören Spieler und Softwareschmieden genauer hin. Und wenn Molyneux sich dieses Projekt ausgedacht hat, muss ja etwas Gewaltiges in dem Würfel stecken, oder etwa nicht?

Was steckt drin?
Wie eingangs erwähnt, Curiosity ist kostenlos. Aber es gibt Booster-Gegenstände, die man für reales Bares In-App kaufen kann. Mit diesen Gegenständen kann man dann schneller und mehrere Steinchen abbauen, Nachrichten hinterlassen, malen, oder die Statistiken einsehen, wie viele Schichten es in etwa noch geben wird. Nach kurzer Zeit verschwinden diese Booster allerdings wieder. Warum sollte man dafür Geld ausgeben? Ganz einfach: Um schneller ins Innere des Würfels vorzudringen und um dann die Frage zu beantworten, was in diesem Würfel steckt. Reichtum? Ein Job-Angebot bei 22Cans? Ein Beta-Key für Godus (dem nächsten Spiel von 22Cans)? Oder 22Cans  nutzt das eingenommene Geld einfach zur Fertigstellung von Godus, dem neuen Populus-Ableger, und im Inneren ist gar nichts. Man weiß es nicht.

Rechtliche Grauzone
An diesem Punkt stellt sich jedoch die Frage: Ist das legal, was 22Cans da treibt? Denn da es nur einen Gewinner am Ende geben kann und alle anderen leer ausgehen, grenzt das ja schon an Glücksspiel. Zudem hat man ja nur temporär etwas von dem, was man für reales Bares kauft. Schaut man mal über den Tellerrand, ist eine derartige Monetarisierung wie ja etwa bei Casino-Games und dem Glücksspiel verboten. Pocket-Games mit dem Einsatz von Echtgeld stehen ja nach wie vor auf der schwarzen Liste. Hat 22Cans etwa ein Schlupfloch gefunden, wie man trotz Verbot mit Glücksspiel Geld verdienen kann? Oder ist Curiosity die neue, getarnte, Form des Glücksspiels? Die Frage zu beantworten ist ebenso spannend wie die, was im Würfel steckt.