Leica Lux 2.0 App

Leica LUX 2.0 – iPhone wird zur Profi Kamera?

Leica überarbeitet seine Kamera-App fürs iPhone. Die neue Galerie könnte im Alltag mehr bringen als ein weiterer Fotolook. Ob sich das Pro-Abo lohnt, hängt allerdings davon ab, wie du fotografierst.

Der Name Leica weckt Erwartungen an Bilder. Bei Leica LUX 2.0 lohnt sich der Blick auf das, was nach dem Auslösen passiert: Fotos durchsehen, auswählen und zur Bearbeitung öffnen. Gerade dort setzt das angekündigte Update an.

Dabei kommen die Neuerungen zeitversetzt. Den Steve-McCurry-Look und die Unterstützung für iPhone 18 Pro und Pro Max gibt es laut Leica seit dem 24. September. Version 2.0 ist für Anfang Oktober angekündigt. Bei der Recherche am 5. Oktober 2026 führte die deutsche App-Store-Seite allerdings noch Version 1.15.0.

Die neue Galerie könnte den größten Unterschied machen

LUX 2.0 übernimmt die Galerieoberfläche von Leica FOTOS. Ein Filmstreifen erlaubt Bildwechsel in der Detailansicht, eine Mehrfachauswahl erleichtert das Arbeiten in der Rasteransicht. Neben Darkroom sollen sich auch Lightroom und Capture One direkt als externe Bildbearbeitungsprogramme öffnen lassen. Angekündigt ist damit ein direkter Aufruf, keine vollständige Einbindung dieser Programme.

Für mich ist das der interessanteste Teil des Updates. Wer etwa von einer Straßenszene mehrere Aufnahmen macht, muss anschließend den passenden Moment finden. Ähnliche Bilder bequem durchzugehen, kann dabei wertvoller sein als eine zusätzliche Bildstil-Vorgabe. Ob die neue Galerie diesen Anspruch erfüllt, muss sich im praktischen Einsatz zeigen.

Auch optisch wird aufgeräumt: Leica greift Elemente von Apples Liquid Glass auf und ergänzt alternative App-Symbole. Die fotografischen Bedienelemente sollen ihre vertrauten Positionen behalten. Die gemeinsame Galeriegestaltung mit FOTOS bedeutet übrigens keine angekündigte Synchronisierung der Fotobestände.

Was Leica LUX überhaupt mit deinen Fotos macht

Wer die App noch nicht kennt: LUX kombiniert eine Kameraoberfläche mit manuellen Reglern, vorgegebenen Bildlooks und digitalen Objektivsimulationen. Als Vorbilder dienen unter anderem das Noctilux-M 50 mm f/1,2 und verschiedene Summilux-Objektive. Belichtung, Verschlusszeit, ISO, Fokus und Weißabgleich lassen sich gezielt beeinflussen. Diese Grundfunktionen gehören bereits zum bisherigen Konzept.

Dabei sollte man die Objektivnamen richtig einordnen. Die Software ahmt eine Bildwirkung nach. Die tatsächliche Lichtaufnahme bleibt von den Kameramodulen des iPhones abhängig. Ein simuliertes Noctilux verleiht dem Smartphone also nicht automatisch die optischen Eigenschaften des realen Objektivs.

Der Reiz liegt in der Gestaltung: Wie kräftig sollen Farben wirken? Wie soll der Hintergrund erscheinen? Welche Bildstimmung passt zum Motiv? Solche Entscheidungen können Spaß machen und zu bewussterem Fotografieren führen. Eine grundsätzlich bessere Aufnahme garantiert die App dadurch nicht.

Steve McCurrys Farben – mit Grenzen

Der neue Artist Look orientiert sich an Steve McCurrys Farbgestaltung. Leica beschreibt kräftige Farben, natürliche Kontraste und warme Tonwerte. In LUX gehört er zum kostenpflichtigen Abonnement. Die Produktseite ordnet ihn ausdrücklich Version 1.15 zu; auf 2.0 musst du dafür nicht warten.

Interessant ist die Entstehung: Nach einem Bericht der App-Store-Redaktion stellte McCurrys Team unbearbeitete Aufnahmen und fertig bearbeitete Bilder bereit. Leica untersuchte daran, wie der Fotograf Farben, Wärme und Kontrast einsetzt. McCurry selbst beschreibt den Look als Ausgangspunkt für eigene Aufnahmen.

Das ist eine vernünftige Erwartung. Ein Farbprofil kann einem gelungenen Bild eine passende Stimmung geben. Ob jemand im richtigen Augenblick ins Licht tritt, der Hintergrund ablenkt oder der Bildausschnitt funktioniert, entscheidest weiterhin du.

Kostenlos ausprobieren, für Pro dauerhaft bezahlen

Der Download ist kostenlos. Für die Pro-Funktionen weist der deutsche App Store folgende Preise aus:

AngebotPreis
Leica LUX, BasisversionKostenlos
Leica LUX PRO, monatlich7,99 Euro
Leica LUX PRO, jährlich79,99 Euro

Damit ist das Jahresabo bei zwölf Monaten Nutzung 15,89 Euro günstiger als die monatliche Zahlung. Die Abonnements verlängern sich automatisch.

Die derzeit gelistete Version benötigt iOS 18.0 oder neuer und ist für das iPhone vorgesehen. Eine Mac-Version wird nicht angeboten. Die Anforderung für Version 2.0 ließ sich noch nicht separat bestätigen.

Der Kameragriff ist eine zusätzliche Entscheidung

Leica Lux 2.0 App

Passend zur App bietet Leica den LUX Grip nun auch in Silber an. Er kostet laut Ankündigung 300 Euro. Für die neuen Lederhüllen werden jeweils 95 Euro fällig.

Der Griff ergänzt einen zweistufigen Auslöser, ein Einstellrad und zwei belegbare Tasten. Nach Registrierung sind zwölf Monate LUX PRO enthalten. Sein möglicher Mehrwert liegt vor allem darin, wie sich das iPhone halten und bedienen lässt.

Ich würde die App zunächst ohne Zubehör kennenlernen. Erst wenn sie regelmäßig zum Einsatz kommt, lässt sich sinnvoll beurteilen, ob zusätzliche Tasten den eigenen Aufnahmealltag erleichtern.

Für wen sich ein genauerer Blick lohnt

LUX dürfte besonders diejenigen ansprechen, die gern mit Farben, Bildwirkung und manuellen Einstellungen experimentieren. Wer bereits viele Aufnahmen mit der App macht, könnte zudem von der überarbeiteten Bildverwaltung profitieren.

Für gelegentliche Schnappschüsse ist ein Jahresabo dagegen schwerer zu rechtfertigen. Mein Rat: Vergleiche bei ähnlichem Licht einige typische Motive mit deiner bisherigen Kamera-App – ein Porträt, eine Alltagsszene, eine Aufnahme am Abend. Achte auf Hauttöne, feine Konturen und darauf, wie schnell du zum gewünschten Ergebnis kommst.

Entscheidend ist am Ende, ob dir die Bilder gefallen und du mit der Bedienung zurechtkommst. Daran muss sich auch eine Kamera-App mit dem Namen Leica messen lassen.

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