Innerhalb von zweieinhalb Jahren verkaufte Frau Minetto 5.321 iPads und 4.942 iPhones gegen Bargeld. Ein Mittelsmann verkaufte die Geräte dann über über sein Elektronikgeschäft, eine Unternehmen in Hongkong oder Großhändler weiter.

Frau Minetto war Buchhaltungsleiterin bei Wescom Solutions Inc. mit Sitz in Mississauga, Ontario. Ein Teil ihrer Arbeit bestand darin, Einkäufe auf der American Express Karte des Unternehmens für geschäftliche Zwecke, einschließlich ihrer eigenen, zu genehmigen.

Apple Gericht

Zunächst kaum Konsequenzen

Im Jahr 2014 stellte Wescom eine Beraterin ein, da das Unternehmen an die Börse wollte. Sie bemerkte etwas Ungewöhnliches bei den Geschäftskosten. Beim der Durchsicht alter Unterlagen bemerkte sie, dass Frau Minetto ab Mai 2009, ein Jahr nach ihrer Einstellung, anfing, Geld für „ungewöhnliche Dinge“ auszugeben.

Zuerst ging es um persönliche Güter und Dienstleistungen. Aber 2011 begannen Apple Produkte in den Aufzeichnungen zu erscheinen. In den nächsten fünf Jahren wurden 6.831.834 Dollar als unterschlagen befunden. Wescom hat zunächst keine Strafanzeige erstattet. Frau Minetto leugnete bei der Befragung ihre Taten nich.

Sie erzielte eine „sanfte Einigung“ mit der Firma, bei der sie eine Liste ihres persönlichen Vermögens und ihrer Ausgaben übergab. Danach musste sie teure Fahrzeuge abgeben: Ihr Haus konnte sie allerdings behalten.

iPad pro 2018 Tastatur

Fall landet vor Gericht

Aber nachdem das Unternehmen herausgefunden hatte, dass sie ein 10.000 Dollar Bargeschenk an einen Freund der Familie verschenkte und teure Einkäufe getätigt hatte, änderte Wescom seine Einstellung.

Letztendlich hat ein Richter Wescom eine Klage über 5 Millionen Dollar gegen den Zwischenhändler und einen seiner Geschäftspartner genehmigt. Der Zwischenhändler reichte daraufhin eine Gegenklage über den gleichen Betrag gegen Frau Minetto ein. Es ist nicht bekannt, wie viel von dem 6 Millionen Dollar Verlust wieder eingetrieben wurden.